Dieser Beitrag ist Teil einer kleinen Reihe,
in der ich Einblicke in die Zusammenhänge der TCM bei Hund und Pferd teile.
Es geht darum, den Körper besser zu verstehen –
nicht isoliert, sondern in seinem Zusammenspiel.
In den nächsten Beiträgen werde ich weitere Aspekte beleuchten,
die im Alltag oft übersehen werden
und gleichzeitig so viel erklären können.
Frühlingszeit ist Leberzeit
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird die Leber nicht nur als
Organ betrachtet, sondern als ein zentrales System, das für den freien Fluss von Qi – also der Lebensenergie – im Körper verantwortlich ist.
Dabei gibt es zwei Aspekte, die im Alltag oft unterschätzt werden:
👉 der saure Geschmack in der Fütterung
👉 und die Verbindung der Leber zu den Augen
Die Leber und der saure Geschmack
In der TCM sagt man: Die Leber „mag“ den sauren Geschmack.
Ein gewisser Anteil an sauren Komponenten in der Fütterung kann sinnvoll sein, denn er kann dazu beitragen,
den Qi-Fluss anzuregen, die Bewegung im System zu unterstützen und die Leber in ihrer Funktion zu begleiten.
Doch wie so oft gilt auch hier: Die Menge macht den Unterschied.
Ein Zuviel an saurem Geschmack kann die Leber belasten und genau das Gegenteil bewirken:
Statt freiem Fluss entstehen eher Spannung, Stagnation und ein Gefühl von „Festigkeit“ im Körper.
Gerade bei Pferden, die mit Heulage gefüttert werden, ist dieser Aspekt besonders relevant.
Heulage bringt von Natur aus eine saure Komponente mit und gilt zudem als eher feuchtes Futtermittel – etwas, das aus TCM-Sicht die Milz belasten kann.
Gleichzeitig ist es in der heutigen Zeit nicht immer einfach, eine qualitativ hochwertige Heufütterung sicherzustellen, obwohl diese für viele Pferde von großer Bedeutung ist.
Hier setzt die TCM an:
Nicht mit einem pauschalen „richtig oder falsch“, sondern mit einer individuellen Betrachtung.
Es gibt Möglichkeiten, sowohl die Leber als auch die Milz gezielt zu unterstützen, um solche Fütterungssituationen auszugleichen und den Organismus in seinem Gleichgewicht zu begleiten.
Die Leber und ihre Verbindung zu den Augen
Ein weiterer spannender Aspekt aus der TCM lautet:
👉 Die Leber öffnet sich in den Augen.
Das ist mehr als ein bildhafter Ausdruck – es beschreibt eine funktionelle Verbindung, die sich im Alltag häufig beobachten lässt.
Gerade im Frühjahr zeigen viele Tiere vermehrt Symptome wie:
– tränende Augen
– gereizte oder gerötete Bindehaut
– wiederkehrende Augenprobleme
Oft werden diese Beschwerden isoliert betrachtet und lokal behandelt – was auch absolut sinnvoll und wichtig ist.
Doch aus Sicht der TCM lohnt sich zusätzlich ein weiterführender Blick:
👉 Wie steht es um die Leber?
👉 Wie ist das Leber-Blut aufgebaut?
👉 Wie ausgeprägt ist das Leber-Yin?
Denn der Frühling ist die Jahreszeit der Leber – eine Phase, in der der Körper von Ruhe in Bewegung wechselt. Wenn dieser Übergang nicht harmonisch verläuft, kann sich das auch in den Augen zeigen.
Typische Zusammenhänge können sein:
– entwickelt sich Hitze im System, kann es zu Rötungen und Entzündungen kommen
– besteht Spannung oder Stagnation, zeigen sich Reizungen oder Empfindlichkeiten
– ist der Qi-Fluss gestört, können Beschwerden wiederkehren
– fehlen Säfte und Substanz, kann sich das in Trockenheit, vermehrtem Tränenfluss oder auch chronischen Problemen äußern
Ganzheitlich denken – individuell begleiten
Sowohl beim Thema Fütterung als auch bei körperlichen Symptomen zeigt sich immer wieder:
Es gibt selten nur eine Ursache.
Die TCM betrachtet den Körper als ein Zusammenspiel verschiedener Systeme.
Und genau deshalb ist es so wichtig, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern das Gesamtbild zu verstehen.
Denn erst daraus ergibt sich, welche Unterstützung wirklich sinnvoll ist.
Wenn du dir eine individuelle Begleitung für dein Tier wünschst und genauer hinschauen möchtest, was hinter bestimmten Symptomen stehen kann, melde dich gerne bei mir.
Ich nehme mir Zeit für eine ausführliche Betrachtung und unterstütze euch ganzheitlich auf eurem Weg. 🌿





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